Winterzauber!

Es ist mal wieder endlich soweit – es scheint. Vorneweg muss ich als erstes loswerden: „Ich liebe nicht den Winter sondern ich liebe den Herbst!“ Ich mag es wenn es draußen milder und bunter wird. Die Stimmung an einem richtigen Herbsttag lässt mich sogar zur Höchstform auflaufen. Der Herbst ist meine Jahreszeit! Ich bin weniger müde, kreativer besser gelaunt und freundlicher. Das soll als erstes mal gesagt sein.

Doch es gibt einen Moment des Winters den mag ich schon: Wenn es anfängt zu Schneien. Wenn die erste weiße Schicht liegenbleibt. Der ganze Dreck der Welt wird zugedeckt. Der Schmutz auf den Straßen samt Hundescheiße und Zigarettenkippen verschwindet unter einer weichen Schicht Glitzer! Ein derart poetisches Bild sehe ich nur selten. Der Dreck ist zwar nicht verschwunden aber er ist jetzt nicht mehr zu sehen. Junge Autofahrer freuen sich darüber, in der Kurve die Handbremse zu ziehen und darüber dass beim Einsteigen in das Auto der Schnee der Nacht durch ein einfaches Betätigen der Scheibenwischer weicht. Schnee ist Gemütlichkeit. Schnee ruft nach Kaminfeuer und Glühwein.

Auch das Laufen auf dem ersten Schnee ist etwas Schönes. Es knirscht leise und man kann spüren wie die Struktur der Schneeflocken langsam zerdrückt wird. Der erste Schnee ist auch nicht nass, er weicht die Schuhe nicht durch. Vielmehr staubt er diese ein und ist durch leichtes Klopfen wieder zu entfernen. Alle freuen sich über den ersten Schnee bis auf einige wenige Pessimisten die sich durch nichts beeindrucken lassen. Diese Menschen ahnen es meistens schon:

Nach wenigen Tagen ist der Zauber dahin. Die weiße Decke  bekommt ihre Lücken. Gelbe Flecken erscheinen vermehrt an den Wegrändern. Im Sommer pissen die Hunde genauso viel aber da muss man das nicht jedesmal sehen. Beim Anblick der gelben Flecken, frag ich mich, wo noch eine Stelle zu finden wäre wo noch kein Hund seinen Duft lassen musste. Ein erschreckend unpoetisches Bild muss ich zugeben. Aber zurück zum Schnee. Dieser hat in den Letzen Tagen nicht nur seine Glitzern sondern auch sein Knirschen verloren. Ersetzt durch ein Matschen und Rutschen begleitet von nassen Füßen und Hosen zwingt mich der Schnee meinen Gang zu verlangsamen und auf zu passen wohin ich trete. Nichts da weißer Teppich vielmehr eine einzige dreckige Pfütze.

Auch wird es kälter werden, viel kälter. Autofahrer müssen ihre Scheiben frei kratzen und werden die ursprüngliche Farbe ihres Fahrzeugs, vor lauter Matsch und Salz, schon bald vergessen haben. Bald werden alle gestresst und entnerft sein. Der Schnee stört, sosehr er auch dazu gehören mag, die Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest. Das Fest der Ruhe und Besinnlichkeit.

Bald lässt einen der Schnee nicht mehr in Ruhe. Er verfolgt einen bis in den Bus, in die Arbeit oder in die Wohnung wo er jedes Mal große Wasserflecken im Flur hinterlässt. Wie die Hunde! Wasserflecken sind die Pissepfützen des Schnees!

Also: Genießt noch die Vorzüge und den Zauber des ersten Schnees ehe es zu spät ist! Und auch dann wenn der Schnee anfängt euch in den Wahnsinn zu treiben. Besinnt euch auf den Gedanken des Advents. Ruhe, Besinnlichkeit und das Warten auf den Frühling.

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