Herumgerumpel

Es gibt Wochen und Tage da weiß man am Ende fast nicht mehr genau, was
denn alles passiert ist oder was man mit seiner Zeit angestellt hat.
Ferien sind oft so eine Zeit. Ich stehe gerade kurz vor den
Semesterferien und ich sehe voraus, dass ich von all den Dingen, die ich
vorhabe, höchstens die Hälfte durchziehen werde.

Ein neuer Bass muss her und fleißig geprobt werden. Ein alter Freund
will besucht werden und das am besten gleich verbunden mit einer
Fahrradtour. Daneben warten auch noch die Berge darauf beskitourt zu
werden. Von den drei Hausarbeiten will ich noch gar nicht reden. Ich
werde auch das besondere Bedürfnis verspüren, meine Zeit mal zu
verschwenden und einen Tag lang nichts zu tun.

Außerdem warten diverse Nebenjobs darauf, dass sie erledigt werden und
wenn man sich die Ferienzeit ansieht, sind sechs Wochen für all das
recht wenig. Außerdem werd ich in den Ferien meinen Geburtstag
( meinen echten, nicht inszenierten ) feiern. Dafür brauche ich auch
noch ein passendes Etablissement. Das gestaltet sich schwieriger, als
es auf den ersten Blick aussieht. Die Bar meiner ersten Wahl ist
leider schon besetzt und so gut kenne ich die Münchner Club-Szene auch
wieder nicht, dass mir gleich ein würdiger Ersatz einfallen würde.

Warum ich nicht einfach bei mir zu Hause Feier? Ganz einfach:

1. Platz (siehe: 40qm)

2. Unsere Nachbarn. Seit dem ersten Tag sind unsere lieben Mitmieter im
Haus so entspannt wie Gewichtheber. Vielleicht weil wir unter 30 sind
oder weil wir einfach total aggressiv sind, keine Ahnung. Dies äußerte sich
gleich in einem Brief, der am zweiten Morgen im Briefkasten lag:

Hallo Nachbarn!
Des friedlichen Zusammenlebens Wegens möchten wir Sie bitten, am Abend
nicht so herumzurumpeln – das Haus ist (leider) sehr hellhörig und man
hört eben alles. Vielleicht ist Ihnen Rücksichtnahme auch ein
Anliegen, sodaß wir einen ruhigen Feier entgegensehen können
mit freundlichen Grüßen!

Keine Unterschrift. Dass sagt ja schon mal viel. Die Rechtschreibung
stammt dieses mal übrigens nicht von mir. Ihr versteht mich, wenn ich
es diesmal nicht drauf ankommen lassen will. Aber das ist eigentlich
wieder ein anderes Thema.

3. Durchglühen statt vorglühen. Nicht dass ich vorhabe, mich völlig
aus dem Leben zu schießen. Nichts läge mir ferner. Ich bin nur der
Meinung: je später der Abend, desto besser die Geschichten.
Die besten Begegnungen und Episoden spielen sich meistens in den
Morgenstunden ab und das nicht in den eigenen vier Wänden.

Mir gefällt außerdem die Vorstellung, den kommenden Vormittag nicht mit
Putzen und Abspülen zu verbringen. Ein weiterer Vorteil beim Feiern
außerhalb: Es kommen nur die Leute, die wirklich Lust auf dich haben
und keine Partyschmarotzer. Die Menschen die sich sagen: „Lass
nochmal auf der Party vorbeischauen, da gibts sicher was zum Essen und
’nen Kasten.“

Außerdem ist Rausfeiern sehr viel besser als Reinfeiern. Letzteres
übrigens für alle Beteiligten. Der Feiernde hat an seinem Geburtstag
nicht den Durchhänger des Jahres und zudem ist auf einer Party nur
wenig störender als die Unterbrechung guter Gespräche und der Zwang
den Gastgeber zu umarmen und „Ich hab dich lieb“ zu sagen. Ich weiß:
Ich bin ein schlechter Geburtstagsgast. Und weil das so ist, will ich
selber keine schlechten Gäste zuhause haben. Ich hoffe, ihr kommt
trotzdem alle!

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