…dann red ich nicht so viel darüber, wie jetzt!

Manchmal kotzt man einfach – innerlich. Sinnbildlich gesprochen

  • Seit 12 Wochen ist die Note meiner Bachelorarbeit überfällig, meine Korrektoren antworten nicht auf meine mails und vom geliebten Prüfungsamt erhalte ich lediglich eine Abwesenheitsnotiz aufgrund von Urlaub.
  • Von der letzten WG-Party waren von den etwa 50 Gästen geschlagene 5 Personen Freunde von mir.
  • Mein Kontostand ist schon zu Beginn des Monats schwindelerregend niedrig und mein Rücken schmerzt vom gestrigen Tag den ich als Umzugshelfer verbracht habe.
  • Alle meine engen Freunde haben keine Zeit und wohnen weit weg von der Stadt in der ich gerade lebe.
  • etc.

Tage an denen alles zusammen kommt. Tage an denen man sich so sehr ins sein inneres Schneckenhaus verkriecht, dass eine Besserung der Stimmung so gut wie unmöglich scheint. Der ganze Tag ein Jammertal. Aus schlechter Laube wird eine müde träge Melancholie. Nicht aber auch gar nichts vermag mir heute die Laune zu heben.

Mir ist schon klar, allein dass ich das hier hinschreibe schon eine ziemlich arme Nummer ist. Aber wenn mir schon keiner zuhören will dann press ich halt euch meinen beef rein. Die hässlichste aller schlechten Stimmungen ist die aufmerksamkeitersuchende.

Wie haben die Sterne schon einmal so schön gesungen?:

…Ich bin am Ende, ich bin am Ende,
ich bin ich bin ich bin ich bin am Ende
es geht mir schlecht, es geht mir schlecht,
es geht mir wirklich wirklich wirklich wirklich schlecht.
Ich bin am Ende, ich bin am Ende,
ich bin ich bin ich bin ich bin am Ende
es geht mir schlecht, es geht mir schlecht,
es geht mir wirklich wirklich wirklich wirklich schlecht.

Obwohl
wenn es mir so richtig schlecht geht
das geb ich zu,
dann red ich nicht soviel darüber wie jetzt…     (Die Sterne – Aber andererseits)

Und dass stimmt: Wer nörgelt und, dass auch noch öffentlich tut der kann es gar nicht so schlecht haben. Daher würde ich das Ganze hier eher als dezenten Hinweis wie: „Leute, bitte bitte schaut her ich hab‘s grad echt nicht leicht, im Leben. Könnt ihr nicht mal anrufen und interessiert fragen wie es mir so geht?“ ansehen. Oder auch einfach ignorieren. Letzteres wäre vermutlich das vernünftigste.

Wenn mir selber einer ankommt, der mir so dermaßen auf die Nüsse mit seinem Geheule geht, und dabei noch billig versucht wertvolle Aufmerksamkeit und geheucheltes Mitgefühl abzugreifen der wird grundsätzlich ignoriert. Oft sind diejenigen Menschen die ihrem Leben, welches vor Glanzlosigkeit und Normalität so ganz und gar nicht auffällt unter den ganzen anderen Leben, etwas zusätzliche Würze in Form von Dramatik geben wollen, enttäuscht wie wenig echte Nöte sie wirklich auszustehen haben. Echte Dramen geben echtes Mitgefühl und wenn diese nicht vorhanden sind dann müssen die kleinen Probleme eben aufgepumpt werden.

Aus einem kleinen Dämpfer wird schnell ein tiefschürendes Trauma. Ein Streit mit der Mutter wird zu einem Familiendrama, ein Problem mit einer Verwaltungsstelle wird zu einer Verschwörung gegen das eigene Leben und das Wetter ist Schuld an der schlechten Gesundheit. Dass sich die Dinge meistens immer mehr zuspitzen und sich gegenseitig bedingen soll hier einmal unerwähnt bleiben. Mangelnde Aufmerksamkeit macht das Leben auch nicht gerade fröhlicher. Wer immer behauptet, dass keiner ihn mag der wird auch irgendwann nicht mehr gemocht. Selbsterfüllende Prophezeiung.

In diesem Sinne: Lasst mich in Ruhe mit eurem Gejammer, dann lass ich euch auch in Ruhe mit meinem. Mein Leben ist schön. Und eures auch. Ich liebe euch alle.

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