Zwei Tausend 8 Zehn- Mein Rückblick 2018

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Was war das nur für ein Jahr? Ein volles und ereignisreiches Jahr. Zumindest bei mir. Erlebnisse, Begegnungen,Veränderungen und noch mehr Erlebnisse. 

All das Neue, das ich gelernt habe, all die Kilometer, die unter mir weggerollt sind. All die Orte und Menschen, die ich kennenlernen durfte. All die glückseligen und verzweifelten Momente.

Ich werde einmal einen Blick auf die letzten 12 Monate werfen. Das ist immerhin so üblich am Ende eines Jahres. Das kann man allerdings auch an einem beliebigen Tag im März machen. Einmal zurückblicken und überlegen: Was hat mich erfüllt? Was hat mich ausgelaugt? Anhand meines letzten Jahres kann man eine recht gute Idee davon bekommen, wer denn eigentlich dieser Jobinski ist und wie es diesem so geht.

Der Jahreswechsel war für mich auch ein Jobwechsel. Meinen vorherigen Job habe ich hinter mir gelassen. Jetzt habe ich einen neuen, und weil der finanziell nicht ausreicht, eigentlich sogar drei.

Ich habe eine halbe Stelle als angestellter Sozialpädagoge in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Gute Sache. Gute Aufgabe. Außerdem arbeite ich nebenbei als selbstständiger Sozial- und oder Medienpädagoge an diversen Orten und für verschiedene Organisationen. Auch eine gute Sache. 

Weil das Geld aus diesen beiden Jobs nicht ausreichen würde – oder anders gesagt, ich mir gerne mehr gönnen möchte als das, was mit der Höhe an Verdienst möglich wäre –, fahre ich etwa ein bis zweimal in der Woche für einen Lieferdienst Essen mit dem Fahrrad aus. Das bietet körperlichen Ausgleich, Anekdoten und ein Taschengeld.

Das ist grob mein beruflicher Rahmen. Ich stelle fest: Relativ viele Baustellen, relativ unterschiedliche Aufgaben und relativ wenig Vorhersehbares. Alle diese Aufgaben übernehme ich gerne. Ich bin gerne Sozialpädagoge – sowohl angestellt als auch freiberuflich. Ich bin auch gerne Fahrradkurier. Nur so vieles nebeneinander unter einen Hut oder besser Helm zu bekommen, kann ziemlich anstrengend sein. Trotz der vielen Leerläufe und Freiräume fühle ich mich häufig gestresst oder von der Vielzahl meiner Aufgaben überfordert. In diesen Momenten werde ich unglücklich. 2019 werde ich das ändern. Beziehungsweise fange ich jetzt schon damit an.

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Die Lücken, die es im Kalender gibt – mal mehr mal weniger –, habe ich aufgefüllt mit meinen Leidenschaften: Schreiben oder Radfahren. Schreiben für diesen Blog, das siehst du ja gerade, oder für mein Herzensprojekt:

Alle zwei Monate veranstalte ich zusammen mit meiner Schwester Bekka und unserem Freund Mate Tabula in München die Lesebühne „Ziemlich beste Vorleser„. Dort tragen wir eigene Texte vor und laden dabei abwechselnde musikalische und literarische Gäste ein. Junge Kleinkunst für hippes Publikum.

Diese Leseabende sind jedes Mal ein voller Genuss. Klar brauchen sie auch viel Vorbereitung und auch immer wieder neue ansprechende Texte. Doch jede Minute, die man zum Vorbereiten aufwendet, lohnt sich vielfach. Meistens gehe ich erfüllt mit Harmonie und Zufriedenheit von den Leseabenden nach Hause. Oft auch angetrunken. Dass es dem Publikum auch gefällt, ist dabei nicht zu leugnen. Die meisten unserer Gäste kommen wieder. Das ist sehr schön.  Lesebühne: ich mag dich. Dir möchte ich im kommenden Jahr mehr Platz im Kalender einräumen.

Glücklich macht mich nicht nur das Schreiben, sondern auch das Radfahren. Davon hatte ich in diesem Jahr sehr viel. 2018 war mein Radjahr. Was bin ich nicht alles weggeradelt … Im April bin ich mein erstes Brevet gefahren: 200 km am Stück. Das Wochenende darauf den „Candy B Graveler“ von Frankfurt a.M. nach Berlin. Ich habe hier auch schon davon berichtet. Das Wochenende darauf 300 km bei meinem zweiten Brevet. Was für ein krasser Monat. 

Im Mai habe ich mich am 400er Brevet versucht, diesen jedoch nach 300 km abgebrochen. Es war zu früh und zu weit für mich. Zu viele Höhenmeter für meine müden Beine. Außerdem hatte ich meine Regenjacke vergessen, was eine schlechte Idee ist, wenn Regen angesagt ist. Unterkühlt ging es um 4 Uhr morgens mit dem Zug zurück nach München. Es war trotzdem ein wahnsinniger Ride. Im Juli bin ich ohne große Planung in drei Tagen von München nach Prag gestrampelt. Ein Roadtrip nach meinem Geschmack. Genau wie der im heißen August, als es von München nach Amsterdam ging. All die Ausfahrten, Feierabendrunden und Übernachtungsfahren an Feierabenden und Wochenenden noch dazu genommen, habe ich viele schöne Stunden auf dem Rad durchlebt. Gemeinsam oder alleine.  Zeit auf dem Rad ist gute Zeit. Meistens.

Nach meiner Tour nach Amsterdam habe ich im September noch zwei bis drei Mal eine längere Runde gedreht, aber irgendwie war die Luft raus. Metaphorisch gesprochen: nicht im Schlauch. Ich und meine Beine brauchten mal eine Pause. Man kann nicht immer nur radfahren.

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Erfüllt mit Glück und innerer Ruhe hat mich in diesem Jahr außerdem eine Reise nach Schottland. Zusammen mit meinem Lieblingsmenschen sind wir für zweieinhalb Wochen mit Rucksack und Interrail-Ticket durch dieses tolle Stück Erde gereist. Die Natur und Städte, die Menschen und die Tiere: Schottland ist wundervoll, und darum haben wir uns dort auch richtig verlieren können. Die schönsten Bahnfahren, die schönsten Wanderungen und die inspirierendsten Begegnungen des Jahres habe ich dort gehabt. Es war die bestmögliche Zeit mit dem bestmöglichen Menschen am bestmöglichen Ort. Wir kommen wieder. Man war ich dort glücklich.

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Nach dem Sommer kam der Herbst und damit gefühlt erstmal eine Durststrecke, was außergewöhnliche Erlebnisse angeht. Wie schon beschrieben: Viele verschiedene Baustellen, wenig vorhersehbares. Das finde ich anstrengend. Im Oktober und November habe ich keine einzige längere Ausfahrt auf dem Rad gehabt. Stattdessen: Viel rumliegen und viel arbeiten. Oder auch rumliegen und krank sein. Eine hartnäckige Grippe und das Rausmetzgern meiner Weisheitszähne haben mir einen längeren Stillstand verordnet. Was nicht schön ist, aber okay. Es darf auch mal nichts passieren.

Im November und  Dezember habe ich mir ein neues Rad zusammengebaut. Also ein neues Gebrauchtes. (Wie alle meine Räder neue gebrauchte Räder sind.) Diesmal handelt es sich um ein (für meine Verhältnisse) Low-Budget-Projekt nach dem Leitsatz: So gut wie möglich, so teuer wie nötig und möglichst keine neuen Teile. Müllberge sind groß genug und ebay-Kleinanzeigen voll genug. Raus gekommen ist ein lustiger Offroad-Traktor aus einem Rahmen, den ich geschenkt bekam, und Teilen, die ich nach und nach zusammengesucht habe. Ein super Rad für Winter und Feldwege, für das ich weniger als 400 Euro investieren musste. Hab es schon getestet. Es macht großen Spaß.

Schreiben, Radfahren, Arbeiten, Pause machen, Stress haben, Glücklich sein, Durchhängen und Durchstarten. Ist alles passiert in diesem Jahr. Trotz der zahllosen Momente und Erlebnisse, die schlicht gigantisch waren, war mein 2018 ziemlich anstrengend. Das wünsche ich mir für 2019 anders.

Ich denke, es ist gut, ab und zu mal innezuhalten und zurückzublicken. Das ist hilfreich für die Überlegungen und Entscheidungen darüber, wie man die kommende Zeit zum Beispiel das kommende Jahr 2019 – gerne bestreiten will. Was hat mir gut getan? Was hat mich aufgerieben? Hab ich mir zu viel vorgenommen? Hab ich meine Zeit und meine Kräfte gut eingeteilt? War ich aufmerksam den Glücksmomenten gegenüber und vorsichtig genug, um mich nicht zu verzetteln? 

Gute Fragen, die ich auch Dir gerne mitgeben möchte. Fragen, die, auch wenn man sie nicht 100-prozentig beantworten kann, helfen können, 2019 noch glücklicher zu werden. Ich freu mich darauf.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Bilder aus dem vergangenen Jahr. Wir sehen uns wieder 2019.

3 Kommentare zu „Zwei Tausend 8 Zehn- Mein Rückblick 2018

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