eL Oh Vi iE oder JA! – wir können uns einigen!

Die wahre Kunst des Lebens liegt nicht im Aufspüren von Missständen oder der arroganten Annahme über all dem zu stehen – sondern darin in der Welt mit ihren Idioten zurecht zu kommen – Jo Leitenmeier

Wie ist das möglich? Ein Annäherungsversuch:

It’s all about the love“ hat ein weißer Schwarzer mal gemeint. Ich glaube das stimmt. Ich bin eigentlich ein miesepetriger Beschwerer. Ein Tunichtgut, ein Abkotzer, ein „hater“. Meistens. Doch damit ist jetzt scheinbar Schluss. Ich habe keine Lust auf schlechte Stimmung diktiert durch Beschwerden und Besserwisserei. Ich will auch keine Zustimmung für das Anprangern von Dingen, die sowieso jeder schlecht findet. Die Welt ist nicht perfekt doch das weiß jeder schon. Daher ist es nicht schwer Anhänger zu finden, die einem immerzu auf die Schulter klopfen wenn es darum geht sich wieder einmal über etwas auszukotzen. Doch das Auskotzen ist nicht der Weg zu einem friedvollen Leben. Wer sich immer beschwert wie kacke alles ist, der wird auch niemals das sehen könnnen was das Leben bereichert. Und ja, ich behaupte: zufrieden zu leben ist für einen jungen Mitteleuropäer aus gewöhnlichen Verhältnissen machbar. Stellt sich nur die Frage: Wie

Die Ausgangslage:
Schlechte Stimmung und Hauptsache: dagegen. Ich bin immer dagegen. Das Prinzip des Querulanten ist mein Quelltext. Es ist schon fast eine Sucht. Was alle gut finden finde ich schlecht. Bis jetzt funktioniert das ganz gut. Dabei geht es nicht nur mir so.

Besonders die Menschen, denen es nicht allzu schlecht geht, scheinen niemals richtig zufrieden zu sein. Ich spreche von Menschen wie dir und mir. Menschen die im Supermarkt einkaufen können was sie wollen, die die Möglichkeit haben eine Hochschule zu besuchen, die psychisch und körperlich gut aufgestellt sind und kein Leben in Existenzängsten führen müssen. Leute wie wir haben ein Luxusproblem: Menschen ohne ein schweres Schicksal sind gegenüber der Gesellschaft in Erklärungsnot. Wir sind dazu bestimmt unser perfektes Leben durch kleine Dramen „aufzuwerten“ sozusagen spannender zu machen. Die einzige Chance dem gewöhnlichen Leben zu entkommen und gegen den Mainstream anzukämpfen ist der Sarkasmus und das Schlechtreden. Grundsätzlich ist schon mal alles schlecht. Das gesellschaftliche System ist sinnlos und ungerecht. Menschen sind grundsätzlich scheiße. Jeder hat immer besonders hart einzustecken.

Ich finde es immer sehr anstrengend mit Menschen zu reden, die immerzu sagen was bei ihnen alles nicht gut läuft, wer was gemeines gesagt hat, wie schwer man es hat und woran sie immer scheitern. Ich glaube der Mensch war immer schon ein Wutbürger. Innerlich.

Die neue Seite:
Doch was geschieht wenn die innere Wut – der innere Besserwisser Urlaub hat? Was wäre wenn es anscheinend nichts mehr gibt, das man an die Wand stellen, reden, schreiben oder singen kann? Was ist wenn Frieden einkehrt in die innere Wuthöhle?

So ähnlich fühle ich mich im Moment. Ich fühle nur noch halb so viel Abneigung gegenüber anderen Menschen und manchmal (nicht oft aber manchmal) habe ich sogar das Bedürfnis nach einer Umarmung. Ist es die Weihnachtszeit? Ist es die Liebe? Die allgemeine Liebe von der der weiße Schwarze gesungen hat?

Menschen dieser Welt: es gibt Hoffnung! Ich habe das Gefühl: ich fange wieder an Menschen zu mögen. Kann es möglich sein, dass ich nicht alle Menschen übel finde? Das wäre doch mal keine allzu schlechte Nachricht. Vielleicht werde ich doch noch ein richtig guter Sozialpädagoge.

Die Liebe:
Ich glaube das Konzept der Liebe ist es was mich gelassener auf die dreckige Welt und ihre dreckigen Charaktere reagieren lässt.

Das Geheimnis meines Stimmungswandels ist folgendes: Die Liebe. Anstelle von Abkotzerei und arroganter Allwissenheit finde ich es plötzlich spannend die Schattierungen eines Menschen zu finden. Schwarzweiß ist vorbei. Auch wenn ich das Verhalten und die Angewohnheiten eines Menschen absolut zum kotzen finde gelingt es mir immer öfter den Menschen und seine normale Seite zu erkennen. Außerdem gibt es in allem was mich nervt, in allem über was ich mich beschwere, eine gewisse Ironie sozusagen ein Augenzwinkern, das anscheinend allem Bekloppten innewohnt. Das gewisse Etwas das mir sagen will: Nimm doch nicht alles so verdammt ernst!

Das würde bedeuten: Diese ganzen Menschen sind gar keine Idioten, sie machen nur idiotische Dinge. (Leider machen sie diese sehr oft und sind meistens auch der Meinung das ihr Handeln cool, normal und angemessen sei.) Aber lass sie machen. Menschen dürfen unterschiedlich sein. Alles hat seine Daseinsberechtigung. Es müssen ja auch nicht alle Menschen auf coole Musik, gute Filme und gute Gespräche stehen. Ich erkenne: Der Unterschied macht das Miteinander erst spannend. Was will ich mit einem Freundeskreis der sowieso immer der gleichen Meinung wie ich ist und brauch ich nicht auch Menschen die nicht automatisch alles gut finden was ich sag und tu?

Also:

nicht so viel aufregen und auch nicht über Leute die sich immer aufregen.

Ich wünsche euch eine tolle Adventszeit. Sie ist nicht so stressig wie ihr sie macht und auch ein Winter ohne Schnee kann, von guten Gesprächen umrahmt, gemütlich und friedlich sein.

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