Bavaria

Auch mal was persönliches.

Da die meisten meiner Leser auch direkt mit mir in Kontakt stehen, will heißen: dass ich die meisten von euch schon mal gesehen habe, kann ich auch mal was schreiben was vor allem die interessieren könnte die mich kennen.

Ich bin ja seit drei Wochen raus aus München, raus aus Bayern, ja sogar raus aus Süddeutschland. Da drängen sich dem Freund oder auch dem Bekannten natürlich Fragen auf. Zum Teil sicher aus ehrlichem Interesse, zum Teil sicher auch aus smaltalkbedingten Gründen. Eine kollektive Antwort auf die häufigsten Fragen ist daher sicher nicht unangebracht.

Ja das Studium ist schon ein „Soziale Arbeit Studium“. Das bedeutet es wird schon mal viel geredet. Sehr viel geredet. Im Plenum und in der Kleingruppe. Gerne auch abwechselnd. Aus methodischen und prozessorientierten Gründen werden Papiertürme gebastelt und über das Basteln diskutiert. Kann Bock machen. Kurz zumindest. Kann aber auch ordentlich auf die Nüsse gehen. So sind wir halt – Sozialfuzis.

Ansonsten find ich es gut, dass es viel zu lesen gibt. Hab ich früher ja gehasst. Es ist mir eben auch nicht immer leicht gefallen über Texten zu sitzen, die über etwas kompliziertere Sätze verfügen, als das Taschenbuch vom Bahnhofskiosk. Man kommt aber wieder rein. Auch nach einer längeren Pause. Bockt. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur froh über die neue Aufgabe und die Abwechslung zum ewigen Herumsitzen vor dem Laptop. Denn viele Kontakte und damit verbundene Freizeitaktivitäten hab ich noch nicht.

Wie sind die Kommilitonen?
Ich denke mal die sind wie überall. Normal. Sozial und ähnlich veranlagt wie meine bisherigen. Mehr ist auch nicht zu sagen, vorerst.

Wie ist die Stadt? Wenn München „Der Herr der Ringe“ ist, dann ist Hamburg „Game of Thrones“. Viel größer, umfangreicher, dreckiger, brutaler, politischer und mit sehr viel mehr Brüsten. Rotlicht gehört hier zum Stadtbild ebenso wie Wohnungslose und Schnorrer. Schießerein sind keine Seltenheit. Es stimmt was ein Mitfahrer im Zug zu mir meinte: München tut so als wäre es eine liberale lebendige Großstadt, ist aber in Wirklichkeit ein konservatives Dorf verglichen mit der Hafenstadt. Ab 22.00 Uhr ist Ruhe auf der Straße und  ab zwei ist auch nicht mehr wirklich was los. Die Supermärkte schließen drei Stunden früher und ein Bier gibt es nur noch an der Tankstelle oder am einzigen Kiosk Münchens, dem Reichenbach Kiosk. In Hamburg geht der Abend erst los wenn der Münchner schläft. Um jede Uhrzeit kann er der Hamburger einen Hamburger oder ein Fischbrötchen essen oder sich für ein lächerlich kleinen Obolus ein Getränk aus dem Kühlschrank am Kiosk an der Ecke nehmen. Größer, lauter und lebendiger. Ich stelle das auch nur fest. Hat ja alles sein Für und Wieder.

Und wie ist das Wetter? Eine Frage die gerne Großeltern stellen. Es war sehr schön die letzte Woche aber meistens ist es trüb und grau behimmelt. Der häufige Nieselregen hat mich zum meinem ersten Regenschirmkauf meines Lebens bewegt. Das muss schon was heißen. Ich finde es, hingegen der allgemeinen Meinung der Gesprächsfetischisten, ganz und gar nicht verwerflich über das Wetter zu reden. Immerhin betrifft es alle und das Wetter bestimmt unser Leben, wenn auch nicht so stark wie in Zeiten der Agrargesellschaft, maßgeblich. Also warum nicht einfach mal über das Wetter reden. „Alle schimpfen über das Wetter aber keiner tut was dagegen. „ Sorry der musste sein. Ist zwar blöde der Spruch aber in Zeiten des Klimawandels in seiner Bedeutsamkeit auch nicht zu verachten.

Weiter führe ich oft und gerne Gespräche über Dialekte, das Wesen das Süddeutschen und das Wesen des Norddeutschen. Lederhosen und die Frage warum ich noch nicht im Hofbräuhaus ( weder dem Münchner noch dem Hamburger) war.  Auch wenn ich mir Mühe gebe mich an die neuen Lebensumstände anzupassen, so richtig ablegen werde ich meine Herkunft sicher niemals. Es kommt schon mal vor das ich Sätze gebrauche wie „passt scho‘“ und es verwunderlich finde, dass man das verwunderlich findet.

Vermissen tu ich vieles. Bayern ist schon ein schöner Fleck. Es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass die Bayern sich für besonders besonders halten. Da kann ich aber nur entgegnen: Das sind sie alle. Besser sind sie aber alle nicht. Nur eben herrlcih anders. Ich kann das sagen weil ich schau mir das ja gerade an.

3 Kommentare zu „Bavaria

    1. Das kann sein, vor allem Die Paulianer verstehen sich schon sehr als ein eigenes Volk. Vielleicht sind die St.Pauli Bewohner die Bayern von Hamburg.

      Ich schau mich weiter um

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s