Über Urin

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Man sagte mir: dieser Text ist ein Text der gelesen besser als gehört. Mal sehen was das Internet dazu sagt:

Über Urin

Es gibt Dinge die Machen das Leben schön. Momente an denen die Welt scheinbar aus Zucker und ich selber unbesiegbar bin.

Wenn man Hunger hat. Der Blutzucker einen zittrige Hände beschert und die eigene Aggression Richtung Amokläufer tendiert…. Dann ….. in eine Pizza beißen.

Wenn man müde ist. Jede Bewegung wird zur Folter. Der Weg nach Hause scheint unendlich und Phase der Albernheit ist schon lange vorüber. Man möchte weinen oder sich einfach auf den nackten Boden legen. Es ist alles egal – alles eine Qual …. Dann in ein frisch bezogenes Bett kriechen.

Nach langer Zeit eine geliebte Person zu umarmen oder der erste Kaffe nach dem Aufwachen. Es gibt eben diese Momente, die mir die Kraft geben am morgen mein Bett zu verlassen.

Das allerschönste Geschenk auf der Welt ist allerdings: Der Moment wenn man bei starken Harndrang und lange fehlender Erleichterungsmöglichkeit endlich urinieren darf.

Der befreiende Moment nach der überstandenen Prüfung. Die Erleichterung über die Überwindung der drückenden Schmach.
Die Freude über die zurückgewonnene Ruhe. All das ausgelöst nur durch eine simple  Form des Stoffwechsels.

Besonders der Moment kurz davor. Wenn man weiß. Jetzt gleich, jetzt gleich. Gleich werde ich meine Freiheit zurückerlangt und mein Menschsein wiederhergestellt haben.

Wie lange habe ich schon nicht mehr ruhig stehen können? Wie lange musste ich mich gebückt fortbewegen, musste plötzliche Erschütterungen vermeiden um eine peinvolle Befeuchtung meines Beinkleides zu verhindern? Viel zu lange schon war ich Knecht meiner niederen Bedürfnisse. War nicht mündig und nicht selbstbestimmt? Doch jetzt bin ich wieder Mensch geworden.

Ach ja wie großartig doch ein das kleine Geschäft sein kann. Mal für kleine Königstiger gehen. Pinkeln, Brunzen, Sorchen, Strullen, Lulu machen, pissen, Strullern, Wasser lassen, Strunzen, Pipi gehen, eine Stange Wasser abstellen, sich erleichtern,, schiffen, pischern, die Blase leeren, entwässern  … So viele Begriffe kann es nur für große Phänomene geben.

So Vieles macht Urin zu meinem Lieblingsthema.
Zum Beispiel das Rätseln über das unlösbare Mysterium der Hodenhaare. Wo kommen nur immer diese vielen Haare in den Pissoirs her. Wer verliert die nur immer und wie lange können Hodenhaare eigentlich werden.

Für meinem Strahl bieten diese Haare eine willkommen Beschäftigung: Das gezielte wegduschen. Manche gastronomische Betriebe, zu deren Kundenkreis überwiegend Menschen gehören, die über eine Intimrasur verfügen, wissen um dieses beliebte Pinkelspiel und sorgen durch einfaches Zubehör für noch größere Freude. Das Aufstellen kleiner Fussballtore in den Pinkelbecken. Fußbälle und Hodenhaare. Hodenbälle und Fußhaare.  Sind das nicht die Eckpfeiler einer manifesten Männlichkeit?
Doch dem Urin wohnt ebenso ein vernachlässigter Aspekt von Aggression inne. Für Hunde ersetzt er sichtbare Teretorialgrenzen und damit die Staatsgewalt. Auch die Redewendung : „Jemanden ans Bein pinkeln“ Ist wörtlich genommen eine Form tiefster Herabwürdigung.

Es ist eine Straftat jemanden die Notdurft zu verwehren. Nicht umsonst wird das Pinkelverbot als Foltermethode eingesetzt. Man stelle sich das einmal vor: Es entzieht ein böser Mensch ihnen das Recht auf Schlaf und die Erlaubnis zu pinkeln. Dann spielt er ihnen eine Dokumentation über Wasserfälle vor.

Doch zurück zu den schönen Dingen:

Haben wir nicht alle den Wunsch ein Grafittikünster zu werden. Scheuen aber die Illegalität? Urin bietet einen eleganten Ausweg. Seinen Namen In den Schnee zu strullen: Das einzige legale Graffiti. Mit nur halb so vielen giftigen Dämpfen bietet Urin eine saubere und nachhaltige Möglichkeit seinem Harndrang und seiner Kreativität freuen Lauf zu lassen.

Leider kann ich dabei immer nur Schreibschrift in den Schnee zaubern. Für Druckbuchstaben bin ich noch zu ungeübt. Der echte Könner kann sogar zwischen den Buchstaben den Strahl unterbrechen um dann erneut und gezielt weiter zu schreiben. Das ist die wahre Kunst. Meine lieben Freunde.

Vergessen sie bitte auch nicht wie viele Pausen sie Urin zu verdanken haben. Wer während der Arbeitszeit pinkelt kann keine Akten tackern. Wer pinkelt ist einen Moment lang nur bei sich selbst. Nur ein Keramikgefäß und ein Stahl. Zutaten für eine Insel – Nein- eine Blase der Besinnung.

ich hoffe ihr konntet euch zurückhalten. Ich geh jetzt mal wohin.

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