So vieles was passiert ist. Ach du grünes Ei!

Gerade bin ich ja auf Wohnungssuche. In München, ja ja. Einfach ist das nicht. Ein Zimmer in  einer 5er WG hätte ich schon gehabt, aber das habe ich, nachdem ich heute Nacht mal so darüber nach gegrübelt hab, abgesagt. Mann muss nicht das erstbeste Hüttchen nehmen was einen so zu gesagt wird. Schließlich habe ich keine Lust nur deshalb zu arbeitet damit meine Miete bezahlt ist und ab dem 12. des Monats gibt es nur noch Reis. Nein Danke.

Arbeit ist auch so ein Thema was gerade wichtig bei mir ist. Letzte Woche habe ich meinen Arbeitsvertrag unterschrieben. Meinen ersten richtigen Arbeitsvertrag. Ich hab zwar schon Millionen Jobs gemacht, aber dies ist meine erste richtige Anstellung als Sozialpädagoge. Eine die auch der Dauer meines Studiums angemessen, bezahlt wird. Darüber freue ich mich natürlich. So werde ich ab nächsten Monat in einer Wohngruppe für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge arbeiten. Spannend spannend. Bis dahin arbeite mache ich noch ein paar mal den Nachtdienst, unter anderem in einer Schutzstelle. Auch ein Ort, der sich nicht unbedingt durch Beiläufigkeit auszeichnet.

Letzte Woche hatte ich mal eine halbe Woche lang keinen Nachtdienst zu schieben und weil das Wetter so unglaublich fantastisch war, packte mich der Tatendrang. Raus wollte ich. Nestflucht nennt man das in der Ornithologie. Aber was machen wenn grade kein Geld für ein Zugticket nach Hamburg drin ist? Radfahren geht immer, ist doch klar. Radfahren kostet nichts und ist sowieso eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, wie man an dieser Stelle sicher schon mitbekommen hat.

Das Motto lautete also: Drei Tage, zwei Pedale und ein Gang. Ganz recht mit meinem Singlespeedrad bin ich zunächst über den Ammersee zu meinen Eltern nach Landsberg geheizt. 80 km mit einem Gang, ein bisschen stolz aber auch sehr kaputt war ich schon. Jedenfalls hab ich gemerkt wie wenig ich mich in den letzten Wochen verausgabt habe. Am nächsten Tag ging es, am Lech entlang, über Augsburg zu meiner Oma. Die wohnt irgendwo im tiefsten Bayern, wo ich selbst meine eigenen Verwandten oft nicht verstehe. Zumindest auf sprachlicher Ebene. Zugegeben: Ich hab mich nach Augsburg ein Stück mitnehmen lassen. Geschwitzt hab ich dennoch wie ein Maurer und meine Beine brennen immer noch ein bisschen. Am dritten Tag ging es wieder zurück nach München. Nach 70 km und gefühlt ausschließlichen Bergaufpassagen, war das schönste was ich an diesem Nachmittag gesehen habe: Ein Schild mit der Aufschrift „Bahnhof“. Ja ich hab mir die letzten km nach München von der s-Bahn schenken lassen.

Jedenfalls war es herrlich. Sonne, Schweiß, brennende Oberschenkel und schmerzende Knie. Alles egal. Im Nachhinein hab ich wohl jede Minute genossen. Wunderbar ist es, die Gegend, in der man lebt zu erkunden und dabei all die schönen Dinge zu sehen von denen man gar nicht ahnt, dass sie direkt vor deiner Haustüre zu finden sind. Ich hatte einen sportlichen Kurzurlaub. Alles was ich brauchte hatte ich in meinem Rucksack. Das einzige was ich bezahlt habe, war eine Ersatzschlauch, ein S-Bahnticket und ein Feierabendbier. Nach Hause bin ich reich beschenkt zurückgekommen.

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4 Gedanken zu “Sachen, Stuff, Dinge und Zeug

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