Morgengrauen oder Magische Nächte

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Für Andolo, Lucki Love und Manny Mac:

Nicht jede Nacht muss wundervoll sein.

Nicht immer, wenn man es sich auch noch so sehr zurechtplant und sich im Detail vorstellt, muss etwas wundervolles passieren. Die besten Momente kann man nicht planen. So wie neulich – diese ganz besondere Nacht.

Für die besten Nächte ist man niemals richtig ausgestattet. Man hat immer irgendwie zu wenig an oder die falschen Schuhe dabei. In den besten Nächten weiß ich vorher nicht wie die Nacht enden wird. Zufällig hat es mich dort hingespült.

Anders als wenn man sich zum Spaßhaben verabredet. Da wird sich vorher geduscht. Man probiert welches Hemd zur Hose passt. Man putzt sich die Zähne. Geht zum Geldautomaten. Dann ist man viel zu früh vor Ort, steht da, mit seinen Erwartungen und einem Gefühl, im Bauch, das einen viel zu sehr an Silvester erinnert.

In den wundervollen Nächten ist das anders. Da komme ich gerade von irgendwo her. Bin verschwitzt und eigentlich bereit für mein Bett. Ich bin mir sicher: Heute passiert nichts mehr.

Dann taucht plötzlich jemand auf. Jemand, mit dem ich zwar nicht oft verkehre, ich mich aber bei jedem Wiedersehen frage, warum das eigentlich so ist. Völlig unerwartet bin ich plötzlich Teil einer magischen Nacht.

Ich treffe alte Freunde wieder. Wir alle verstehen uns prächtig. Wir freuen uns miteinander und aneinander. Schön, dass wir uns wieder sehen. Wir sind uns vertraut und überraschen uns dennoch immer wieder. Wir sprechen nicht über Quatsch, wie über „Filme“ oder „Jobs“. Wir sprechen über wichtige Dinge wie “Gott” und die Frage ob “perfekte Brüste” oder “ein perfekter Arsch” wichtiger ist.

Wir müssen nicht abwarten bis es endlich spät genug ist zu gehen. Wir müssen nicht hoffen, dass es vielleicht noch ganz nett wird. Diese wunderbare Zeit vergeht, sowieso schon viel zu schnell. Dabei sollte diese Nacht niemals aufhören. Soll weiter gehen. Was will ich jetzt in meinem Bett? Im Bett werde ich nur aufwachen und, so oder so, zu wenig geschlafen haben.

Nein. Wir wollen hierbleiben. Weiter ziehen. Weiter den Rausch einatmen. Uns treiben lassen. Wir schwingen perfekt zusammen. Wir sind die optimale unperfekte Konstellation für eben diese Nacht. Wir sind alle am richtigen Ort, ganz egal wo das gerade ist.

Also trinken wir noch mehr Wein aus der Flasche. Ziehen weiter von der Terrasse an den Fluss. Plötzlich sind wir nackt im Wasser und bemerken erst als wir schnaufend auf der Badeinsel stehen, dass es bereits wieder hell wird.

Völlig euphorisch arschbombadieren wir mit nackten Ärschen, das glatte jungfräuliche Wasser. Immer wieder und wieder. So gehen Arschbomben! Fasst manisch, wie kleine Mädchen, kreischen wir, in den Momenten wenn wir in der Luft sind. Schubsen uns gegenseitig von der Badeinsel. Helfen uns wieder nach oben. Immer wieder sagt einer von uns so etwas wie “man ist das geil”.

So lange, bis wir alle, völlig außer Atem, auf die Sonne Blicken, die sich auf der Wasseroberfläche spiegelt. Heulen wäre jetzt kein Problem. Gerade ist alles perfekt.

Wir schwimmen wieder an das Ufer und versuchen unsere nassen Beine in unsere Hosenbeine zu drücken. Das ist nicht so leicht und deshalb hüpfen wir, während wir weiter versuchen uns anzuziehen, kichernd auf einem Bein um wenig später mit nassen Haaren und Unterhosen in einem Auto eines Vaters zu sitzen. Lukas hat sturmfrei. Perfekt. Die Nacht geht weiter.

Lukas Eltern haben eine Penthauswohnung, in die man direkt aus dem Aufzug hineintreten kann. Das allein reicht mir aus um zum aufgeregten Kind zu werden. In Penthauswohnungen gibt es meinstens gute Musikanlagen. So ist das auch heute der Fall. Wir legen uns gegenseitig Hits auf. Jedes nächste Lied ist perfekt für uns ausgewählt, vieleicht auch extra für uns, für heute Nacht, geschrieben worden. Wir tanzen barfuß auf dem weichen Wohnzimmerteppich und auf den warmen Kacheln auf der Dachterrasse. Immer wieder liegen wir uns in den Armen. Wir riechen nach Fluss, nach Schweiß, Sommer und Freundschaft. Wundervoll.
Irgendwann sinke ich, in einen Liegestuhl und schließe meine schweren Augen. Ich lausche meinen Freunden, wie sie Coldplay mitsingen. Die haben beim Mitsingen bestimmt auch die Augen zu. Aber das zu überprüfen schaffe ich nicht mehr.

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