Auszüge aus Jobinskis Menschenratgeber

Zu jedem Thema findet sich ein Ratgeber. Zum Thema Benehmen, zum Thema Autokauf, Lebensführung und Ernährung, zum Thema Frauenabschleppen und zum Kinder Großziehen. Auch wenn kleine Menschen meistens auch dann größer werden, wenn man nicht an ihnen zieht.

Zu jedem Thema hat irgendeine Wurst seinen Senf abgegeben. Warum sollte ich, als bekennender Klugscheißer, daher nicht auch ein paar Ratschläge loswerden. Ratschläge aus meinem eigenen Ratgeber. Jobinskis allgemeinen Menschenratgeber.

Zum Beispiel in Form von einen Warnhinweis.

Kapitel 1: Kosenamen

Ich möchte euch vor bestimmten Leuten warnen. Zum Beispiel vor Menschen die, wenn sie von Ihrer Frau sprechen, von ihrer “Chefin” sprechen. Wenn diese Leute ihr Handy verloren haben geben sie bekannt, dass sie bis auf Weiteres nur über facebook oder über ihre Chefin erreichbar seien.

Ich empfinde das als äußerst unangenehm. Das ist weder sehr wertschätzend  noch besonders originell. Gleichzeitig überlege ich wie die besagte Frau wohl von ihren Liebsten spricht wenn dieser mal nicht zugegen ist. “Mitarbeiter”?, “Angestellter” “Lohnknecht”? ”Hase” oder “Schatz?” Egal, alles ist besser als “Schatz”.

Mit großer Wahrscheinlichkeit sprechen die beiden

Eltern über Ihr Kind von ihrem  „kleinen Wirbelwind“. Einfach weil sie denken, dass man das so macht. “Ja, der Paul Sandro ist ein richtiger kleiner Wirbelwind geworden.” “Da ist ja mein kleiner Wirbelwind.” Ich empfinde das als hochgradig passiv aggressiv. Ein Wirbelwind, auch ein kleiner, ist eine zerstörerische Naturgewalt, die ungeachtet aller Schönheit und Wert seiner Umwelt, alles in Vernichtung und Chaos stürzt was ihm unterkommt.

Ist es wirklich dieses Selbstbild, das ihr eurem Kind vermitteln wollt. Etwa wie: “Alles war schön, bis du da kamst. Jetzt liegt unser ganzes Leben und alles schöne was wir hatten in Scherben.”

Ein heranwachsender junger Wirbelwind, der mit einem solchen Bild von sich aufwächst wird mit Sicherheit seine eigene Frau auch “Chefin” nennen.

Kapitel 2, Kinderlieder:

Gut überlegen sollte man übrigens auch welche Kinderlieder man seinem Kind vorsingt. Ein Beispiel: “Wie schön,dass du geboren bist. Wir hätten dich sonst sehr vermisst.”

Nochmal zum nachdenken: “Wie schön das du geboren bist. Wir hätten dich sonst sehr vermisst.”

Unter welchen Umständen soll dieser Satz bitte einen Sinn machen? Ich vermisse zum Beispiel nur selten jemanden den ich nie kennen gelernt habe. Erst recht nicht wenn er niemals existiert hat.

Außer meinen Kumpel Gulliver. Gulliver wäre mein bester Freund seit früher Kindheit. Er ist der perfekte Freund. Er kann mir immer Geld leihen ohne jemals danach zu fragen, wann er es wieder bekommt. Er liebt es mich zum Essen einzuladen, meine Unterhosen zu waschen oder mir meine Füße zu massieren. Er ist ein ausgemachter Fachmann in Steuerfragen und ein Guter Ratgeber wenn es um wichtige Lebensfragen geht.

Ja Guliver ich vermisse dich. Schade, dass du nie geboren wurdest. Das ist Quatsch.

Es sollte besser heißen:

Wie schön dass du geboren bist,so kommen wir hin und wieder nach einer gewissen Zeit in die Verlegenheit dich zu vermissen, was aber nicht schlimm ist,denn hin und wieder sehen wir uns ja dann wieder.

Wie schön, dass wir beisammen sind. Viel besser als bei einem Wirbelwind.

Die Leseprobe aus “Menschenratgeber” von Jobinski endet hier. Wenn Sie aus wissen möchten, wie es weiter geht, kommen Sie zu einem Späteren Zeitpunkt wieder. Bis dahin kommt alles gut durch die Kälte.

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