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Still ist es hier geworden. Während die restliche Bike-bubble gefühlt geschlossen schon ihre vierstelligen Jahreskilometer poliert hat sich die Fahrrad -Jahresstatistik von Jobinski irgendwie aufgehängt.  

Was ist los? Wo bleibt der Content?  Ich höre euch ja.

Schwierig bleibt es trotzdem.

Es ist ja nicht so, als ob nichts passieren würde in meinem Leben. Es geht sogar drunter und drüber könnte man behaupten. Eine regelrechte Wilde Maus der Ereignisse tobt in meinem Kalender. Nur die langen Radtouren und die wunderschön geschriebenen und einzigartigen Berichte darüber, lassen auf sich warten. Mein Radjahr 2021 hat noch nicht angefangen. Stimmt. An Unlust lag es nicht.

Ein Update möchte ich trotzdem geben. Dieses beinhaltet zwar keine große Schlagzeile, doch viele kleine Schlagzeilen ergeben ja vielleicht auch sowas wie einen Text. 

Nasenallarm

Seit viel zu langer Zeit plagt mich ein Leiden in den Nebenhöhlen. Chronische Sinusitis. Anders gesagt: Ich bin seit einer guten Ewigkeit oder auch länger immer ein bisschen erkältet. An Ausdauersport ist nicht zu denken. An Sport im Freien bei kalter Luft schon gar nicht.  Was das für meinen Frust bedeutet muss ich nicht ausführen. Meine Jahresstatistik und die Überreste meiner einst so starken Oberschenkel sprechen für sich.

Der HNO rät zum Aufbohren und Rumfeilen. Nach drei Wochen Krankschreibung sei es besser. Meine Probezeit sagt mir: Drei Wochen sind zu lange. Also abwarten, Nasenspray nehmen und kürzer treten. Das fällt mir nicht leicht. Doch wenn ich es doch mal versuchen sollte, mit dem Pedal Bewegen, belehren mich meine Nebenhöhlen eines Besseren und schicken mich zum Ingwertee aufs Sofa.

Probezeit:

Ein gutes Stichwort. Ich habe den Job gewechselt. Mal wieder. Stimmt. Ist aber super. Weniger am Wochenende, wenn gefühlt all das passiert was spannend ist, verplant sein und überhaupt nicht mehr bis spät in den Abend arbeiten. Stattdessen rauf aufs Rad. So war der der Plan. Sehr witzig. Augenrollend und seufzend verweise ich auf den vorherigen Absatz. Glücklich bin trotzdem an meiner neuen Wirkungsstätte. Hier kann ich zeigen was ich kann und wichtig ist sie auch, meine neue Aufgabe. Was ich jetzte mache? Ich arbeite als in einer Therapeutischen Langzeit Wohneinrichtung für psychisch Erkrankte. Hier gibt es Tagesstruktur, motivierende Gespräche, Mandalas und Medikamente.

Nach den vielen Stationen habe ich beruflich endlich sowas wie das Gefühl angekommen zu sein. Auch wenn ich weiß, dass es die perfekte Stelle nicht gibt: Nach all den Wechseln, die ich die letzten Jahre hinter mich gebracht habe, kann ich jetzt sagen, dass es sich lohnt sich weiter umzusehen und den Mut aufzubringen sich zu verändern. 

Werksend

Und noch eine Neuigkeit gibt es. Zusammen mit ein paar Freunden bin ich seit wenigen Wochen Teil einer gemeinsam genutzten Werkstatt. In einem Keller im Münchner Westend haben wir uns einen Traum verwirklicht. Einen Platz zum Werkeln, Schrauben, kreativ Sein und Abhängen. Sein Name ist Werksend. Wie wunderbar ist das denn? Zwar konnte ich in meinem Kellerabteil auch das nötigste machen. Womöglich habe ich sogar das bestmögliche aus der kleinen Parzelle rausgeholt, was 8 qm hergeben können. Doch Zugang zu  einer richtigen Werkstatt mit richtig Platz und Stauraum zu haben, ist wirklich eine andere Nummer. Manchmal sitze ich einfach auf dem alten Drehstuhl mit einem Bier in der Hand, höre meine Lieblingslieder und blicke auf die unfertigen und noch nicht begonnenen Projekte. 

Diese sind jetzt schon reich an der Zahl. 

Eine Bekannte will ein  neues Fahrrad haben. Ein rotes, weil sie Ketchup so liebt.

Ein anderer braucht einen neuen Flitzer für die Stadt. Er ist fast zwei Meter groß. Damit er nicht aussieht wie ein Clown braucht er ein Rad in seiner Größe. Hinzu kommen die ästhetischen Ansprüche und natürlich auch eine Wunschfarbe.

In der Ecke warten die Einzelteile einer indischen Rikscha darauf, dass Sie zu neuem Leben erweckt werden. Und die Teile für eine selbstgebaute Gitarre liegen auch schon fertig eingekauft im Regal. Mein restlicher Fuhrpark braucht sowieso immer Zuwendung. Zuwendung gebe ich gerne.

Ich liebe die Werkstatt. Ich liebe es dort einfach nur zu sein und vor mich hin zu arbeiten. Egal ob ich an dem Tag etwas fertig schaffe oder nicht. Für mich ist das vor sich hin Bauen vor allem Selbstzweck. Es ist wie spielen. Ein willkommener Ausgleich zu meinem Job. Ein Job bei dem ich vor allem mit dem Mund arbeite und bei dem Fortschritte nur selten deutlich sichtbar sind. Mit den Händen zu arbeiten und aus alten und neuen Teilen etwas neues, eigenes zu erschaffen ist mir dabei eine willkommene Genugtuung.

Taschen

Die Taschen, die ich nach wie vor gerne Zuhause nähe erfreuen sich auch steigender Nachfrage. Ich freue mich riesig darüber. Auch darüber, dass auch Andere die Idee hinter den Taschen aus wieder verwendeten Material verstehen und weitertragen. Mit besonderer Dankbarkeit möchte ich an der Stelle die Empfehlung von Martin auf Biketour-global erwähnen.  Seine lobenden Worte bildeten das ab, was ich mir erhofft habe nach Außen zu transportieren.

Neben den Taschen (die du im Shopbereich dieser Seite findest)  mache ich in letzter Zeit vor allen Taschen auf Anfrage. Das bringt mir immer wieder Freude. Auf die Wünsche und Besonderheiten der einzelnen Räder und deren Besitzer*innen einzugehen und diese im Idealfall auch noch zufrieden zu stellen ist für mich Herausforderung und Genuss. Auf mein Taschen Business bin ich richtig stolz. Ich gestehe mir ein: Da ist mir etwas richtig tolles gelungen.

Was kommt noch? 

Ich werde in Zukunft einige der Produkte, die in der Werkstatt oder auch an der Nähmaschine entstanden sind, hier vorstellen. Zumindest wenn ich mich nicht gleich ins nächste Vorhaben stürzen werde.

Meine erste große Radtour dieses Jahr ist in den Schneefall gerutscht. München – Berlin war geplant doch Inzidenz und Wetter zwangen mich zum Verschieben. Das wird auf alle Fälle nachgeholt.

Natürlich ruft auch der Süden. Sobald es  die Pandemie und die Rücksicht es zulassen will ich mal wieder nach Süden fahren. Rom kenne ich noch gar nicht und auch den Weg dorthin nicht. Mainfrankengraveler, Brevets, Schottergaudi oder Orbit360 alles tolle Sachen. Ich schau mal.

Bis dahin baue ich noch ein paar Räder auf oder nähe Taschen. Oder beides. 

Schön, dass du vorbeigeschaut hast.

Bis bald!

Programmhinweis:

Mein Text : Ich bin ja kein Rassist, aber halt schon ist für den Goldenen Blogger Award in der Kategorie Einzelbeitrag nominiert. Yeah! Die Preisverleiung findet online am 26. April 2021 online statt. Näheres unter die-goldenen-blogger.de/


Außerdem bin ich am am 30. April Teil der deep reading night auf dem instagramkanal vom fairliebt_verlag/

Ein Gedanke zu „Klicken Sie weiter. Hier gibt es nichts zu sehen

  1. Servus Jo, meine Frau hatte auch massive Probleme mit Nebenhöhlen. Folgendes hat ihr geholfen: Wobenzym gegen die Entzündung, Sinupret forte, Bestrahlung mit Rotlicht, Nasenspülungen mit Kännchen und Schal/Buff oder Gesichtsmaske drüber beim Radfahren im Winter. Vor einer OP würde ich unbedingt nach einer fundierten Zweitmeinung schauen.
    Gute Besserung!

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